Konzept der Jugendarbeit - Ev. Jugend Oberweser
Erlebnisorientierte Arbeit mit Kindern
Die Arbeit mit Kindern soll v.a. naturnah und erlebnisorientiert sein. Bei der Erlebnisorientierung geht es darum, die Handlungs- und
Wahrnehmungsmöglichkeiten zu erweitern. Das dies naturnah geschehen könnte, liegt zum einen daran, daß wir hier vor Ort durch den Fluss und die Wälder eine Menge Kapital haben; zum andern haben Kinder an sich Interesse an Natur (auch wenn das aus Modegründen derzeit unterdrückt wird).
Mögliche Projekte:
- Waldtage
- Tunnelwanderung
- Fahrrad-Tour
- Kanutour
- Badengehen
- Erkundung eines Bauerhofs
- 2tägige Kinderfreizeiten (ab 8 J.)
- ....
Die erlebnisorientierte Linie setzt sich später in den Jugendfreizeiten fort.

Ausdrucksorientierte Jugendarbeit
Die Jugendarbeit soll v.a. darstellend, ausdrucksorientiert sein:
Jugendliche verändern sich und sind auf der Suche nach ihrer neuen Identität.
Sich auszudrücken, ist darum lebenswichtig (Mode, Symbole, Sprachstil ... haben großen Stellenwert). Kirche könnte dabei als hilfreich erlebt werden, indem sie das Ausdruckspotential formal schult (durch liturgische Ausbildung:
- Instrumentalmusik
- Gesang
- Tanz
- Theater
- Maskenspiel
- Dekoration
- Technik
- ....
Denkmuster können erweitert werden durch Infragegstellung aus dem
Erfahrungsschatz z.B. der biblischen Tradition. Die performative Arbeit setzt die Beschäftigung mit sich selbst voraus und
zwingt dazu, auch vor andern zu sich zu stehen.
Dieser Ansatz, der ansatzweise auch früher schon bestand (Gitarrenunterricht, Lippoldsberger Jugendchor) kann z.B. im Rahmen von Ten-Sing entwickelt werden; es gibt aber auch andere Modelle:
- G-Plus (Holzhausen - Gottesdienste für junge Erwachsene)
- Face to Faith (Holzhausen - Jugendgottesdienste)
- Hoffnungsland (Musical)
- ...

Anbindung an bestehende kirchengemeindliche Kinder- und Jugendarbeit
Zunächst ist daran zu erinnern, daß es Kinder-und Jugendarbeit der Kirche bereits gibt. In den Gemeinden des Ev. Gesamtverbands wird flächendeckend Kindergottesdienst und Konfirmandenunterricht angeboten. Der Jugendarbeiter soll an diese bestehende Arbeit anknüpfen, indem er:
- in den Kindergottesdiensten, sofern die Kigo-MitarbeiterInnen dafür offen sind, zeitlich begrenzt mitarbeitet, um besondere Aktionen zu realisieren (z.B. einen Familiengottesdienst)
- in allen Konfirmandengruppe mindestens in einer inhaltlichen Einheit mitarbeitet und natürlich beim Konfi-Camp mitwirkt
- die Konfis sollen angehalten werden, die Ten-Sing-Konzerte zu besuchen
Durch die Kontakte mit bestehenden Gruppen (Kigo, KU )kann jene Vertrautheit entstehen, die nötig ist, damit sich Kinder z.B. zu Projekten anmelden. Es ensteht eine reißverschlussartige Verzahnung:
- Kindergottesdienst
- Arbeit mit Kindern
- Konfirmandenstunde
- Jugendarbeit
Projekte können natürlich auch im Kontakt zu anderen Gruppen (Kindergarten, Schule, Vereine etc.) durchgeführt werden (z.B. Einschulungsgottesdienst).
Durch Mitarbeit des Jugendarbeiters bei den Veranstaltungen des
Ev. Gesamtverbands (Nachbarschaftstreffen, Tierparkgottesdienst) wird ebenfalls seine Bekanntheit gefödert.

Befristete Projekte statt kontinuierliche Kreise
Die früheren Erfahrungen der Jugendarbeit im Ev. Gesamtverband Oberweser haben gezeigt, daß ein flächendeckendes Angebot von Gruppen (z.B. Jungschar) nicht leistbar ist. Erfahrungen mit jugendlichen Kindergruppenleitern, die vom Jugendmitarbeiter gelegentlich betreut wurden (Jungschar Lippoldsberg), waren nicht ermutigend.
Daher bleibt der Gedanke der Projektarbeit insbesondere im Hinblick auf die Arbeit mit Kindern bestehen. Evtl. entspricht die Projektstruktur auch der abnehmenden Bereitschaft der Kinder, sich längerfristig verlässlich zu binden.
Performative Arbeit wie z.B. Ten Sing setzt größere Kontinuität
voraus; allerdings ist die Mobilität von Jugendlichen auch größer als die der Kinder.
Um die Präsenz des Jugendarbeiters in allen Orten zu realisieren und bewusst zu machen, ist die Veröffentlichung eines längerfristigen Programms sinnvoll. Die Projekte sollen zunächst jeweils für ein Dorf angeboten werden (sie können natürlich gleichzeitig oder nacheinander an mehreren Orten durchgeführt werden).
Um die Taktung der Angebote in der Arbeit für Kinder zu erhöhen, wurden seit Februar 2007 Kindertreffen in den Orten immer mittwochs ab 15.00 Uhr eingerichtet. Die Treffen finden in den Orten reihum statt und sind so geplant, dass jeder Ort im GV zwei Kindertreffen im Quartal anbietet.
Wenn sich diese Projektstruktur eingebürgert hat, wird es vielleicht irgendwann möglich sein, kleine regionale Zusammenhänge zu schaffen, z.B. Heisebeck und Arenborn; Lippoldsberg und Vernawahlshausen ..., wobei der Veranstaltungsort innerhalb eines solchen Regionalzusammenhangs beim nächsten Projekt jeweils wechseln müßte.
Diese Konzeption wird seit 2000 umgesetzt und hat sich gut bewährt.
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